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Konfliktdiamanten

Ein Konfliktdiamant oder Blutdiamant ist nach Definition des Kimberley-Abkommens ein Diamant, mit dessen Erlös gewalttätige Konflikte finanziert werden.

Konfliktdiamanten werden in Konfliktgebieten – häufig illegal – geschürft und exportiert, um Rebellen, Terrororganisationen oder Invasionstruppen zu finanzieren. So tragen diese Diamanten direkt zur Intensivierung oder Verlängerung von Konflikten bei. Dies macht sie zu einem Teil der Konfliktrohstoffe.

Die ersten politischen Veränderungen

Im Jahr 2000 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den Verkauf von Konfliktdiamanten anprangert. Es wird argumentiert, dass der Handel mit Konfliktdiamanten Gruppen finanziere, die gegen legitime Regierungen kämpfen. Um die damit in Zusammenhang stehenden eklatanten Menschenrechtsverletzungen und die desaströsen Auswirkungen zu unterbinden, müsse die Finanzierung über Konfliktdiamanten unterbunden werden.  Damals zielte die Resolution beispielsweise auf die UNITA-Rebellen in Angola und die Revolutionary-United-Front-Rebellen in Sierra Leone ab. Die UNO unternahm einen ersten Versuch, mit Zertifizierungsmechanismen die Menge an Konfliktdiamanten auf dem Weltmarkt zu reduzieren.

Der Weltdiamantenkongress beschloss im gleichen Jahr "die Fähigkeit der Diamantenindustrie zu stärken, den Verkauf von Konfliktdiamanten zu verhindern". Wer zukünftig mit Diamanten unklarer Herkunft handle, solle aus dem Geschäft ausgeschlossen werden. Dass das nicht rigoros umgesetzt wurde, belegte eine Undercover-Recherche der Schweizer Weltwoche im Januar 2001.

Der Kimberley-Prozess

Es ist praktisch unmöglich, die genaue Herkunft eines Diamanten zweifelsfrei festzustellen. Dies auch, weil Zertifikate gefälscht werden können. Dennoch haben die Diamantenindustrie sowie Diamanten im- und exportierende Länder Anfang 2003 aus den Missständen gelernt. Mit dem sogenannten Kimberley-Prozess einigte man sich auf einen Selbstregulierungsmechanismus, der über staatliche Herkunftszertifikate versucht, den Diamantenschmuggel zu verhindern.

Das Problem solcher Selbstverpflichtungserklärungen ist natürlich, dass sie nicht bindend sind, wenig Sanktionsmöglichkeiten bieten und zudem von unabhängigen Institutionen nur schwer überprüft werden können.

In der Europäischen Union gilt hingegen seit Ende 2002 eine rechtsverbindliche Verordnung, die sämtliche Unionsstaaten bindet und verpflichtet. 

Der Kimberley Prozess hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Inzwischen beteiligen sich rund 80 Länder, darunter alle afrikanischen Diamantenproduzenten, am Kimberley-Prozess. Es wurde ein internationales Gremium eingerichtet, das prüft, ob die teilnehmenden Staaten die Zertifikate korrekt ausstellen.

So konnten neben Fällen von Korruption, auch Fälle von gefälschten Zertifikaten aufgedeckt werden. Das Umgehen des Kimberley Prozesses wird so immer schwieriger und sorgt dafür ,dass im internationalen Diamantenhandel heute fast ausschliesslich konfliktfreie Diamanten gehandelt werden.

Ein Zertifikat einer der drei international anerkannten Graduierungsinstitute (GIA, HRD, IGI) garantiert dem Kunden, dass der betreffende Diamant unter dem Kimberley-Prozess gewonnen wurde.

Ausweitung der Betrachtung

In den letzten Jahren wurde von verschiedenen Seiten eine breitere Betrachtung angemahnt. Da häufig auch noch nach dem offiziellen Ende von Konflikten in vielen Abbaugebieten die Menschenrechte weiter verletzt werden, sollte der Begriff auf alle Diamanten ausgedehnt werden die unter Verletzung von Menschenrechten abgebaut werden.